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Bereits zum dritten mal seit dem ersten Weidebeginn müssen wir die Kühe einstallen. Eine beachtliche Schneeschicht und anhaltender Schneefall macht das Weiden unmöglich.

Unter dem Schnee tut sich was, das Englische Raigras ist bereits aufgelaufen. Die Wiesenrispe braucht noch etwas Zeit, denn sie baucht etwa doppelt so lange bis zur Keimung wie die Raigräser. Die geschlossene Schneedecke schützt die jungen Keimlingen vor Starkem Frost und bringt genügend Wasser für ein erfolgreiches Wachstum.

Damit die Jungen Keimlinge erfolgreich wachsen könne, wird der Weidedruck hoch gehalten. Der alte Wiesenbestand wird so kurz gehalten und die Übersaat bekommt genügend Licht.

Die letzte Kuh hat am 22. März gekalbt. Die Abkalbesaison ist nun nach gut 6 Wochen abgeschlossen.

Damit wir möglichst viele Kühe zur gleichen Zeit besamen können, beobachten wir das Brunstgeschehen bereits vier Wochen vor dem eigentlichen Besamungstermin.

Unser wichtigstes Hilfsmittel ist der Kamar, welchen wir den Kühen auf den Rücken kleben. Bei Brunst platzt der rote Farbbeutel im Innern des Aufklebers. Die Kuh wird im Brunstkalender eingetragen.

Zu Beginn der Weidesaison düngen wir 100 kg BIO Kieserit pro Hektare. Kieserit enthält 15% Magnesium und 20% Schwefel. Da wir auf unserem Betrieb nur wenig Rindergülle haben, wird diese nur bei optimalen Wachstumsbedingungen ausgebracht.

Artikel in "die grüne" Nr. 1 2021 über die Familie Pitt Käch aus Gampelen BE

"die grüne" hat den Betrieb der langjährigen IG-Weidemilch Mitglieder Joss Pitt und Susanne Käch Pitt porträtiert. Den Artikel dazu findet ihr unter folgendem Link: http://www.diegruene.ch/hidden_article/vollweide-und-kiwi-cross-weniger-milch-aber-hoehere-milchinhaltsstoffe

Dieses Jahr konnten wir unsere Kühe am 25. Februar zum ersten Mal auf die Weide lassen. Dies ist vier Wochen früher als letztes Jahr und so früh, wie noch nie.

...weiterlesen "Weidebeginn, so früh wie noch nie."

Die frischgeborenen Kälber können kurz nach der Geburt nicht alle Milch der eigenen Mutter trinken. Um die grosse Milchmenge, die jetzt innert kürzester Zeit anfällt zu konservieren, verwenden wir Milchsäurebakterien. So machen wir Joghurt, welches vorzüglich geeignet ist für die Vertränkung an Kälbern. Das Joghurt wird kalt vertränkt und den ganzen Tag zur freien Verfügung angeboten.

Um erfolgreich Joghurt in grossen Mengen zu produzieren, braucht es kein grosses Fachwissen.

  • Auf 10 Liter Milch, 1 kg Naturjoghurt.
  • Milchwärmer 12 Stunden bei 25 Grad Celsius.
  • Der pH Wert der Milch sink so von ca. 6.5ph auf ca. 4.90 pH
  • Optimaler pH Wert für Kälbertränke 4.9-5.0 pH.
  • Geschmack: sauer, keine Süsse mehr
  • Konsistenz: Cremig leicht fadenziehend, nicht klumpig.

Das Naturjoghurt wird in kuhwarme Milch gemischt und während 12 Stunden bei 25 Grad Celsius mit dem Milchwärmer warm gehalten. Danach können mit diesem Joghurt, im Verhältnis 1 zu 10, neue Tränke-Mahlzeiten für die nächsten 12 Stunden bereit gestellt werden.

Der pH Wert der Milch liegt bei ca. 6.5 bis 6.7. Eine gute Joghurttränke hat einen pH Wert zwischen 4.9 bis 5.0. So ist der Verzehr des Joghurts meiner Erfahrung nach am höchsten und kann auch kalt gesoffen werden.

Die Temperatur des Milchwärmers sollte nicht über 25 Grad Celsius eingestellt werden, da sonst die Milch schnell klumpt.

Alle 5 bis 7 Tage sollte mit einem Nature Joghurt neu gestartet werden, so bleibt die Tränke schön cremig und klumpt nicht.