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Die intensivste Zeit der Abkalbesaison ist vorbei, mehr als die Hälfte der 81 erwarteten Geburten fand während knapp drei Wochen statt und bis heute sind es schon 57!

Das Melken verläuft schon sehr routiniert, alle Aufzuchtkälber sind geboren, z.T. schon enthornt und "laufen" gut, die ersten Tränker wurden schon verkauft. Momentan werden ca. 400L Frischmilch pro Tag vertränkt, diese wird in einem separaten Tank mittels Wärmerückgewinnung aus dem Hauptmilchtank erwärmt und in den oberen Stock, wo der Kälberstall ist, hinaufgepumpt. Jeweils 5-10% dieser Milch macht der aus der überschüssige Kolostralmilch angesetzte Joghurt aus, der sich während der ersten Wochen angesammelt hat und so haltbar gemacht wird. Dieser cremig-flüssige Joghurt wird in einem Kunstofftank aufbewahrt, zeitweise hatten wir bis zu 400L davon. Parallel haben wir vor ein paar Tagen eine ganz neue Joghurttränke angesetzt, die vertränkt wird, sobald die alte aufgebraucht ist.

Die Kälber trinken zweimal täglich an den Milkbars.

Bei dem schönen warmen Wetter, gingen am letzten Sonntag dem 25. Februar unsere Kühe das erste Mal auf die Weide, wir wollten eigentlich schon früher mit weiden beginnen, dann zögerten wir noch kurz aufgrund der Bodenfeuchte, da es wieder regnete.

Zunächst wird stundenweise geweidet, am Nachmittag. In den nächsten Tagen werden wird aber schon auf Halbtagesweide umstellen und im Stall weniger Futter vorlegen, da es schon viel Gras für die Jahreszeit hat!

Kühe beim ersten Weidegang

Allen weiterhin gute Abkalbesaison und einen guten Weidesaisonstart!

Wir sind Raphael und Luisa mit unserem kleinen Sohn Mattia.

Unser Hof liegt oberhalb von Muri im aargauischen Freiamt, eine für den Futterbau sehr günstige Region. 

Unser wichtigstes Standbein ist die Milchwirtschaft, seit dem 2021 halten wir unsere Milchkühe in einem Vollweidesystem und seit 2022 saisonal mit einem Abkalbungsblock zwischen Ende Januar und Ende März. 

...weiterlesen "Betriebsvorstellung Etterlin"

Wir konnten bis am 23. November die Weide bestossen. Danach ging die Milchleistung abrupt hinunter, bis wir am 8. Dezember alle Kühe in die wohlverdiente Melkpause liessen. Auch wenn ein paar Kühe erst anfangs April kalben werden, stellen wir alle miteinander trocken. Durch das verfüttern von Ökoheu geben sie nicht mehr viel Milch, wir verzichten seit 2014 auf antibiotische Behandlungen beim Euter, also auch beim Trockenstellen. Mit homöopathischen Mitteln wird das Trockenstellen zusätzlich unterstützt.

Die Melkpause nutzen wir um den Melkstand mit dem Hochdruckreiniger zu waschen, gefolgt auf die jährlichen Büroarbeiten ende Jahr und Buchhaltungsvorbereitung für den Abschluss. Und natürlich die Zeit mit den Kindern und Freunden zu geniessen, und länger zu Schlafen 😉

Ich freue mich jeweils sehr auf die Melkpause, im Wissen, dass ich mich ende Januar wieder auf die Kalbersaison freuen werde! Dies ist mein letzter Blogbeitrag, ich wünsche euch gute Gesundheit in der Familie und bei den Tieren!

Am 25.8.2023 haben wir Hafer-Wicke-Erbs und eine einjährige schnellwachsende Mischung direkt in die Weide gesät. Ich erhoffte mir einen knielangen Bestand für die Herbstweide. Auf dem Bild oben ist das Resultat ersichtlich... Leider hat es nach der Saat nicht geregnet und erst ende Oktober sah man die Saatreihen. Diese Parzelle wird nun stückweise beweidet. Die Kühe geben noch rund 10l, wobei die Differenz zwischen den Erstlaktierenden (ca. 5l) und den älteren Kühen (ca. 15l) relativ hoch ist.

Wir Melken jetzt noch solange die Weide her gibt und wir noch eher besseres Bodenheu haben, danach werden wir die Kühe galt lassen.

Die Rinder kommen nach der Alp auf die Ökoflächen, welche nicht arrondiert sind. Danach werden wir sie nach Hause holen und in die Herde der Milchkühe integrieren. Dieses Jahr können sie bis ende November draussen bleiben.

Da wir kein Silo machen können ist es eine gute und günstige Variante das Herbstgras zu verwerten. Die Heuerntemaschinen können somit anfangs September eingewintert werden. Die arrondierten Flächen werden alle mit den Milchkühen bestossen.

Die schwierigen Weidebedingungen der letzten zwei Jahre haben sich negativ auf den Pflanzenbestand ausgewirkt. Nach dem Regen haben sich die Weiden wieder erholt, es ist grün. Aber grün heisst nicht, dass auch das wächst was wir wollen. Letztes Jahr 2022 war der Sommer trockener und die guten Gräser wurden verbrannt. Nach dem nassen Frühling mit einigen Trittschäden und dem wieder trockenen Sommer 23 hat sich der Bestand zusehends verschlechtert. Erst im August 23 traten Amaranth und Melden auf, welche wir jetzt zwei Mal geschnitten haben.

Übersaat mit dem Hatzenbichler 25.8.2023

Die Nordseite, die Mähweiden und flachen Weiden haben sich gut erholt. Dort haben wir teils eine Übersaat mit dem Hatzenbichler gemacht: ein Striegel mit einem Krummenacher Sägerat und eine kleine Walze .

Übersaat und Direktsaat mit der Vredo am 31.8.2023. Samen wird mit einem Schlitz im Boden abgelegt und danach mit einer schweren Walze angedrückt.

Vor allem der Südhang sieht schlecht aus. Dort versuchen wir jetzt ein paar Sachen aus:

  • Für die Futtergewinnung im Herbst zum Weiden haben wir eine Hafer-Wicke-Erbs Mischung mit der Vredo direkt in die bestehende Weide gesät. Leider wurde die Erbs zu wenig eingeschlitzt und lag teils oben auf. Wir werden sehen wie das Ergebnis wird.
  • Im weiteren wurde eine einjährige Mischung bestehend aus Klee und Raigras eingesät, auch damit es im späten Herbst noch beweidet werden kann. Die Kühe weiden auf diesen Flächen nun nicht mehr.
  • Weideaufwertung mit einer klassischen Übersaatmischung mit der Vredo gesät, dort sind die Kühe immer noch drin.
  • Mitte Oktober werden wir dann eine GPS Mischung direkt in den Südhang mit einer Direktsämaschine säen lassen. Anfangs Sommer wird dann entschieden ob wir es weiden oder wachsen lassen und vor der Teigreife mähen und zu Würfel verarbeiten lassen.

Wir möchten schauen ob ein Zwischenfutter direkt in die Weide eingesät und für die Kühe als Weide genutzt werden kann. Bei der Nordseite mit einer guten geschlossenen Grasnarbe macht das wenig Sinn. Im Südhang möchten wir aber nicht pflügen und auch nicht mit Glyphos den Bestand abspritzen, deshalb versuchen wir es jetzt einmal so. Analog Gabe Brown aus dem Buch: "aus toten Böden wird fruchtbare Erde"... ich werde erzählen wie es weiterging! Bis jetzt sieht es überall schön aus (ausser dir Erbs) und wir hoffen weiterhin auf Wasser.