Besamungssaison – wir stecken mittendrin

 

Bei uns hat die Besamungssaison am 10. April begonnen. Bis auf die drei als letztes gekalbten Kühe konnten wir in den ersten vier Wochen die ganze Herde besamen.

Grundlage für eine saisonales System sind fruchtbare Kühe, welche jedes Jahr zur gleichen Zeit abkalben. Entsprechend ist die Besamungssaison eine Zeit, in welcher über das Gelingen des Systems entschieden wird. Es sind jedoch nicht nur die Kühe welche zum Erfolg beitragen, sondern das Management z. B. die Brunstbeobachtung, Zeitpunkt der Besamung oder die "Buchführung" tragen wesentlich dazu bei.

Gern möchten wir unser Management vorstellen. Wir beginnen bereits fünf Wochen vor dem eigentlichen Besamungsstart mit der Brunstbeobachtung. Dazu haben wir uns auf A0 einen Brunstkalender erstellt; eine Spalte zeigt drei Wochen, die rot umrandet Zone stellt unsere eigentliche Besamungssaison dar.

Jede Kuh hat einen eigene Magneten (die Wand des Milchraums ist zum Glück magnetisch), welcher beim Datum der Brunstbeobachtung angeheftet wird. Ziel ist es nun, dass jede einmal ins rote Feld kommt, aber nicht doppelt. So sehen wir, welche schon brünstig war, welche werden sollte und welche wir noch nie gesehen haben (diejenigen welche noch nicht auf dem Blatt sind) und können entsprechende Maßnahmen veranlassen. Sobald die Kuh das nächste Mal brünstig wird, wird der Magnet verschoben.

Dies ist die administrative Seite. Die praktische findet hauptsächlich beim Treiben der Kühe von und auf die Weide statt. Da kann es auch sein, dass ich kurzfristig Hilfe von Adrian anfordere, denn manchmal spielen sich die interessanten Dinge vorne in der Herde ab. Konnten wir nicht genau eruieren welche Kuh zu besamen ist (kein Duldungsreflex gesehen), gehen wir zusätzlich im Laufe des Tages noch ein bis zwei Mal nachsehen. Während dem Melken kann ich die Tiere im Warteraum ebenfalls gut beobachten. Mit diesen Vorkehrungen hatten wir bisher gute Erfolge erzielt - wir werden sehen was uns dieses Jahr bringt.

Zur Vorbereitung der Besamungssaison befassen wir uns frühzeitig mit der Genetik. Das heisst, wir nehmen von jeder Kuh eine Milchprobe (da wir in keinem Zuchtverband sind, machen wir das selber). Auf Grund der Ergebnisse entscheiden wir, welches Tier zur Zucht verwendet wird und welches mit einem Fleischrassestier belegt wird. Wichtig ist für uns Gehalt v.a Eiweiss sowie Zellzahl. Menge allein ist nicht entscheidend. Gerade Erstkalbinnen, welche ja während der Laktation noch wachsen müssen, sollen gute Gehalte haben, die Menge kommt mit den Jahren. Unsere Erfahrung sagt, dass mit jeder Laktation mind. 1000kg mehr dazu kommen, bis sie mit dem vierten Kalb die vollständige Leistung erreicht haben.

Daneben gibt es noch weitere Kriterien: akutes Milchfieber ist bei uns ein Ausschlussgrund.  Wir haben auch schon Tiere auf Grund ihres Charakters, Euters oder Formats von der Zucht ausgeschlossen.

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