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Seit gut 4 Jahren haben wir das Brunsterkennungssystem SenseHub von AllFlex im Einsatz. Bei der ersten Besamungsperiode mussten wir einiges dazu lernen. Denn das System läuft v.a. bei Betrieben mit Stallhaltung im Ausland. Wir bekamen viel zu früh die Meldung, dass eine Kuh brünstig war. Nach ein paar Anpassungen konnten wir die Schwelle, wann es meldet, so einstellen, dass es nun funktioniert.

Nun bin ich sehr zufrieden damit und verlasse mich fast ganz auf das System.

Das System misst die Fress- und Wiederkauzeit, die Aktivität und viele andere Parameter, welche dann zusätzlich auch noch erworben werden könnten.

Bei dieser Darstellung sieht man beim Besamungsfenster einen Curser: er wandert von links nach rechts. Wenn er sich beim grünen Feld befindet ist es der optimale Besamungszeitpunkt für die künstliche Besamung. Der obere Balken ist für den Einsatz mit gesextem Samen, der untere für normalen. Der Brunstindex sagt uns wie fest die Hauptbrunst war. Ihr seht nun, dass Salome bereits besamt wurde. Elena und Flora wurden zum Zeitpunkt der Aufnahme besamt.

Ich habe vorher immer früher KB gemacht als nun mit SenseHub. Denn es errechnet wann der Peak der Brunst war und zählt dann zurück. Einige Kühe haben in der Nacht nur während 2h eine starke Brunst und sonst sehe ich nichts. Andere sieht man schon bevor ich das SMS erhalte und besame dementsprechend später.

Ob wir aber eine gute Trächtigkeit haben im Herbst hängt aber auch von vielen andere Faktoren ab....

Nun haben wir doch noch einen Angusstier für paar Wochen!
Er beachtet das Brunsterkennungsystem nicht, springt ca. 24h früher, als man anhand dem System besamen sollte. Und er deponiert das x-Fache an Samen am richtigen Ort! Gott sei dank gibt es die Natur!

Die Abkalbesaison ist nun seit ein paar Wochen fertig. Nach dem Abkalben lassen wir die Kühe mit einem Ultraschallgerät untersuchen. Der Tierarzt hat sich spezialisiert auf die Bestandesbetreuung und kommt nur ca. 3 Mal im Jahr zu uns. Er kontrolliert jede Kuh, ob die Gebärmutter sauber ist, die Kuh zyklisch ist und oder ob es eine Zyste hat. Ich notiere mir den Befund und reagiere während ca. 10 Tage mit homöopathischen Mittel. Die Homöopathie kann hier sehr gut helfen, jedoch bin ich ohne Diagnose hilflos, oder denke es sei alles in Ordnung. Nach der Behandlung gibt es eine Nachkontrolle durch den Tierarzt. Bis jetzt konnten die Mittel Helfen und wir haben keine Hormone oder Spülungen gebraucht.
Bis auf die 3 letzten Kühen sind alle im Zyklus und die Besamungsperiode kann beginnen!

Wir starten jeweils am 1. Mai mit Besamen und machen die ersten 5 Wochen KB. Ich selektioniere die Kühe v.a. nach dem Zellzahlgehalt oder Klauenprobleme um zu Entscheiden, ob sie einen Zucht- oder Maststier erhält.
Danach kommt normalerweise ein Angusstier in die Herde. Dieses Jahr habe ich aber noch keinen gesucht. Die Kinder sind am Abend immer mit mir alleine im Stall (5 und 2 jährig), mich stresst es dann zu fest während dem Melken, wenn die Kinder und der Stier irgendwo sind... mal schauen wie die KB anläuft, dann entscheiden wir.
Homöopathische Mittel, Nosoden und Phytomedizin kommen bei uns regelmässig zum Einsatz

Wir betreiben seit 2006 Kurzrasenweide. Für unsere topografischen Verhältnisse und im Tagesablauf ist es bis jetzt das Beste. Und doch macht man sich Gedanken, da die KRW eher anfällig auf Trockenheit ist. Denn letztes Jahr mussten wir 3 Monate bis zu 70% im Stall zu füttern, da unsere Region einerseits sehr stark betroffen war und anderseits unser Boden sehr flachgründig ist.

Ich habe am 13. April die Weide gemessen und es hat sich bestätigt, was man von Auge aus sieht: sie ist sehr kurz (5,25cm). Die Nächte sind noch kalt und es hat noch keinen Wachstumspeak gegeben, auch die Niederschläge führen zu mehr Trittschäden als normal. Ich werde daher noch nicht zurück zäunen und fleissiger Messen. Wir möchten +/- 7cm haben. Wir weiden nun 18,5ha Fläche mit 40 Kühen und 4 Rinder.

Die Tagesmilchleistung ist über 23 l/Kuh, was für uns sehr hoch ist. Drinnen fressen sie noch wenig Heu und am Morgen gequetschten Hafer. Sie sind zu frieden und gehen gerne auf die Weide. Die Fresszeiten sind aber lang und sie liegen zwei Mal am Tag kurz. Jedoch sind die Tiere eher schmutzig, da der Kot sehr dünn ist. Was wiederum für die Weide gut ist, damit er nicht lange liegen bleibt und sich keine Horste bilden.

Die Aufzuchtkälber kommen möglichst früh auf die Weide

Dieses Jahr haben wir 4 Aufzuchtkälber bekommen. Eigentlich hätte ich gerne 6 oder 8, da wir letztes Jahr auch nur 4 hatten. Aber wir nehmen was es gibt und hoffen auf eine gute Fruchtbarkeit bei den Kühen, damit viele Trächtig werden. Die Kälber sind schon seit paar Wochen auf der Weide und fressen bereits Gras. Sie können rein und raus und bekommen zur Milch noch Heu und Hafer ad libitum.

Zu Beginn der Vegetation haben wir auf die Grünflächen Schwefel gesät. Wir machen dies schon einige Jahre entweder mit Kiserit oder dann mit Ammonsulfat.

Anschliessend kam der Lohnunternehmer Güllen. Vom Mond her war es ideal und auch das Wetter war regnerisch. Wir können die Weidefläche mit dem Schleppschlauch Verschlauchen. Im Herbst hat er die südexponierten Flächen gegüllt bis das Güllenloch leer war. Dort haben wir dann auch mit Weiden begonnen. Jetzt hat er noch die restlichen Flächen gegüllt. Somit haben alle Parzellen eine Güllengabe erhalten.

Vor und nach dem Düngersäen hat es zum Glück ein wenig Niederschlag gegeben.

Das Weiden haben wir zeitweise wieder eingestellt, da die Bise sehr stark war und/oder weil es wiederum geschneit hat. Der Schnee ist aber schnell vergangen und so konnten wir wieder mit dem Weiden starten. Die Kühe gehen jetzt bereits am Morgen nach dem Frühstück auf die Weide, was sich aber noch ändern kann.

Tränkestellen auf der Weide

Die Tränken sind mit einem unterirdischen Schlauch verbunden und am Stall angeschlossen. Nun haben wir sie heute wieder gestartet. Hoffen wir, dass es nicht mehr zu kalt wird. Aber es ist ja bereits Mitte März und ein wenig Frost mag es leiden... Für die Kühe ist es gut und sie sind ruhiger auf der Weide wenn sie Wasser haben. Jetzt finden sie bereits etwas Gras, so dass sie am Abend nach dem Melken nicht hungrig sind. Trotzdem staune ich, wie am Morgen alles Heu gefressen ist!

Herzlich Willkommen zum Blog der IG Weidemilch!

Dieses Jahr darf ich den Blog machen und teile gerne ein paar Jahreshighlights mit euch!

Ich heisse Anna-Barbara und darf den Betrieb auf dem Horn in Trimstein bewirtschaften. Wir haben rund 40 Kühe der Rasse SF und Kreuzungen mit Kiwicross. Die meiste Fläche, der 23ha, ist arrondiert, was uns eine Vollweide ermöglicht.

...weiterlesen "Abkalbesaison voll im Gang, dazu erster Weidegang"