Die Weidesaison ging für uns in dieser Saison etwas früher zu Ende als gewünscht. Gut, immerhin bis zum 19. November konnten wir alle Tiere weiden und zwar bis dahin auch sehr ideal was die Wetterbedingungen anbelangte. Die Wetterprognose kündigte kalt, nass und sogar auch etwas Schnee an, was dann am Tag darauf auch tatsächlich eintrat. Bei uns bedeutet das Weideende ziemlich bald auch das «Milchende», obschon wir zuerst noch etwas Emd fütterten. Also stellten wir bald voll auf Ökoheu um und siehe da, die Milchmenge pro Kuh sank sofort drastisch.

Nicht ganz wunschgemäss war das Weideende weil ich wusste, dass wir so nicht an einem optimalen «Monddatum» galt stellen konnten. Der Vollmond war erst eine Woche später. Nach Rücksprache mit Birgit Gnadl (danke Anna-Barbara), sollte sich aber auch dieser Zeitpunkt eignen.
Mit folgenden Massnahmen versuchen wir unsere Kühe optimal in die Trockensteherphase zu begleiten:
- Gemäss Mondkalender (abnehmend)
- eine Woche vorher (und weiterführend) nur Öko-/Bodenheu
- Homöopathie (Phytolacca)
- Während 14 Tagen nach dem galt stellen Morgen und Abend Milchsäure an Zitzen sprayen (und Euter optisch oder wenn nötig von Hand kotrollieren)
Während wir in den vergangenen zwei Jahren ein sehr gutes Resultat hatten (keine Entzündungen), gab es heuer leider nach einer Woche zwei Kühe die einen leichten Galtviertel machten und nach 10 Tagen zwei weitere. Eine Kuh ist mittlerweile wieder gut, die anderen am gut werden. Wir versuchen zu helfen mit täglichem Ausmelken, Viertel salben und dem «Galtviertel akut Spray» der Drogerie Stöckli.
Aufgrund dieser Viertel frage ich mich nun trotzdem, ob der optimale Mond eben doch eine Rolle spielte und ob das feuchte, neblige Wetter in unserem offenen Stall mitwirkte. Zudem habe ich im ersten Moment das «Chügelä» etwas vergessen, weil die Kühe bereits so gut von der Milch gekommen sind. Frau lerne also für nächstes Jahr und befolge wieder strikte meinen «Plan».
Jedenfalls habe ich mich entschieden im Moment alle Kühe täglich mit Echinacea an die Nase zu unterstützen.

Die Galtzeit bedeutet bei uns den Roboter vorerst abschalten und uns voll dem Weihnachtsbaumgechäft zu widmen. Bäume die nicht den Kundenansprüchen entsprechen bekommen unser Kühe. Es ist immer eindrücklich zu sehen, wie schnell unsere Kühe die Bäume von den feinen Ästchen und Nadeln befreien. Tannäste sollen das Immunsystem stärken, gegen Parasiten wie Würmer helfen und auch antibakterielle Eigenschaften haben.
Wir hatten kurz vor dem Trockenstellen einen Abort und hoffen, dass es bei diesem bleiben wird. Gemäss Plan erwarten wir die ersten Kälber ab dem 20. Januar. Wir hoffen natürlich auf möglichst viele gesunde Kälber zum erwarteten Abkalbezeitpunkt. Und das wünschen wir auch euch allen auf den Betrieben. Beste Gesundheit und viel Glück in Haus, Hof und Stall für das bevorstehende neue Jahr. Herzlichen Dank fürs lesen und vielleicht bis zur Wintertagung am 16. Januar 2026 in Oberglatt.
Herzliche Grüsse
Rahel Joss und Team

