Trockenstellen

Ignaz Aregger

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Gegen Ende des Jahres werden die Kühe trockengestellt. Dabei ist es angebracht, dass man sich einige Gedanken macht über die Eutergesundheit in der Herde. Die Trockensteller-Phase ist ein guter Zeitpunkt, um schleichende Mastitis zu behandeln.


Schlamtest (Quelle: www.tiergesundheit.com)

Am besten kontrolliert man gleich die ganze Herde mit dem Schalmtest oder zumindest die Kühe mit bekanntermassen erhöhten Zellzahlen. Euterviertel, mit positivem Schalmtest werden dokumentiert. Dann werden Milchproben entnommen, um im Labor die Krankheitserreger analysieren zu lassen. Kommt dann nach ein paar Tagen der Analysebericht zurück, kann der Tierarzt für jede Kuh das richtige Antibiotikum verschreiben.

Die gezielte Behandlung der euterkranken Kühe ist auf jeden Fall besser als eine Behandlung der ganzen Herde mit demselben Trockensteller. Es gibt eine Vielfalt von Trockenstellern mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Passt der Wirkstoff im Trockensteller nicht zum Erreger im Euter, wird die Behandlung erfolglos sein. Es sollten nur diejenigen Kühe mit einem Trockensteller behandelt werden die euterkrank sind und deren Erreger man kennt. Kühe, die nicht Schalmtest positiv sind oder tiefe Zellzahlen haben, sollten nicht behandelt werden, denn sie sind gesund! Das eingesparte Geld für nicht behandelte Kühe wird besser für Milchanalysen eingesetzt, es ist die bessere Investition.

Neuinfektionen während der Galtzeit entstehen oft gleich zu Beginn oder ganz am Ende der Galtphase. Das hängt damit zusammen, dass sich der Verschlusszapfen zu Beginn der Galtphase im Strichkanal noch nicht richtig ausgebildet hat oder am Ende der Galtzeit dem hohen Euterdruck nicht mehr standhält. Um dieses Risiko auszuschalten, gibt es heute Trockensteller ohne Wirkstoffe, die nur den Strichkanal zukleben, zum Beispiel Orbeseal® (Pfizer).

Will man die Zitzen nicht künstlich abdichten, dann ist beim Trockenstellen zuerst die Fütterung auf Stroh oder Ökoheu umzustellen und etwas später, wenn der Milchfluss nachlässt, muss das Melken abrupt beendet werden. Einmaliges Melken oder Melken jeden zweiten Tag stimuliert die Milchbildung erneut und der Pfropfen, der sich im Strichkanal bilden sollte, wird wieder rausgespült. So dauert es viel länger bis der Strichkanal richtig verschlossen ist und die Gefahr von Infektionen ist erhöht.

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