Bedarf und Angebot an Mineralstoffen und Spurenelementen für Vollweidekühe

Peter Kunz, SHL, Zollikofen

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Angebot, Bedarf und Bilanz während der Weideperiode

Während der Vegetationsperiode erhalten die Kühe mit Ausnahme von April und Mai in der Regel nur Weidegras. Ausgehend vom durchschnittlichen Gehalt des Weidegrases an Mineralstoffen und Spurenelementen im Schweizer Mittelland und dem TS-Verzehr der Kuh, kann berechnet werden, wie gross die Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen sind, die die Kuh pro Tag aufnimmt (Beispiel: Mai, siehe Tabelle 1). Auf der andern Seite steht der Bedarf der Kuh für die Erhaltung und Milchleistung (Tabelle 1). Stellt man Bedarf und Angebot gegenüber, so kann eine Bilanz berechnet werden, die Auskunft gibt über zusätzlich notwendige Mineralstoff und Spurenelementgaben.

Tabelle 1: Ration für Kühe im Mai : Vollweidebetrieb: Mineralstoff- und Spurenelementbilanzen bei einem Gewicht der Kühe von 600 kg und einer Milchleistung von 26 kg.

Aus Tabelle1 ist ersichtlich, dass der Gehalt des Grases an Calcium, Phosphor und Magnesium ausreicht, um den Bedarf zu decken. Es macht darum keinen Sinn während der Weideperiode den Kühen ein Mineralsalz zu füttern (grüne Zahlen). Hingegen stellt man fest, dass der Bedarf an Natrium (Salz), Kupfer, Zink und Selen nicht gedeckt ist (rote Zahlen). Für die Vollweidebetriebe ist darum ein Salz- Spurenelementgemisch zusammengestellt worden, mit dem die Defizite kompensiert werden können (Tabelle 2). Frisst die Kuh pro Tag 60 g dieses Salz- Spurenelementgemisches, so ist der Bedarf gedeckt (blaue Zahlen). Dieses Salz – Spurenelementgemisch lässt die IG – Weidemilch bei der Firma Vital AG, Oberentfelden, mischen. Es kann bei H. J. Fuhrimann, Waldhof, Langenthal im Herbst bezogen werden.

Tabelle 2: Salz – Spurenelementgemisch SHL, Nr. 895081.00



Firma Vital AG, 5036 Oberentfelden (Dr. Alois Durrer, Tel: 062 737 50 40)

Gehalte (pro kg Frischsubstanz):
TS: 98.0 %; RA 979.8 g ; Ca 1.4 g; Na 384.8g; Cu 350.0 mg; Zn 6304.2 mg; J 217.0 mg; Se 25.2 mg

Bei Verfütterung von 60 g dieser Mischung erhält eine Kuh pro Tag (siehe Tabelle):

Ca: 0.08 g; Na: 23.1g; Cu 21.0 mg; Zn 378.3 mg; J 13.0 mg; Se 1.51 mg


Magnesiumversorgung

Im Frühling und im Herbst ist zur Vermeidung von Weidetetanie eine Ergänzung mit Magnesium empfehlenswert, zum Beispiel als Bolus oder mit einem magnesiumreichen Mineralsalz.

Angebot, Bedarf und Bilanz während der Winterfütterung

Für die Winterfütterung können keine allgemein gültigen Empfehlungen gemacht werden, da die Zusammensetzung der Ration von Betrieb zu Betrieb verschieden ist. Konkrete Empfehlungen können gemacht werden für:

• Heu- und /oder Grassilagerationen

Wird in den letzten beiden Laktationsmonaten (November und Dezember) und während der Trockenzeit Heu und/oder Grassilage verfüttert, so kann weiterhin davon ausgegangen werden, dass mit der Verfütterung des Salz – Spurenelementgemischs der Bedarf gedeckt ist.

• Rationen mit Mais und/oder Hackfrüchten inklusive Schnitzel

Da der Mineralstoffgehalt von Mais in jeder Form und von Rüben und Kartoffeln gering ist, muss bei der Verfütterung dieser Futterkomponenten am Ende der Laktation und während der Galtphase ein handelsübliches Mineralsalz eingesetzt werden. Zur Deckung des Bedarfs an Salz und Spurenelementen ist auch in dieser Phase das SHL – Salz – Spurenelementgemisch geeignet, falls das Mineralsalz keine Spurenelemente enthält. Enthält das Mineralsalz Spurenelemente, so kann der Natriumbedarf mit Viehsalz gedeckt werden.

• Startphase der Laktation (Abkalben bis Beginn Vollweide)

Beim Einsetzen der Laktation steigt der Mineralstoffbedarf durch das Einsetzen der Milchproduktion an. Es ist darum bei jedem Rationstyp eine Mineralstoffergänzung notwendig. Die Zusammensetzung des Mineralstoffgemischs ist abhängig von der Rationszusammensetzung. Falls das Mineralsalz Spurenelemente enthält, kann gewöhnliches Viehsalz zur Deckung des Natriumbedarfs eingesetzt werden.

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