An der Vollversammlung am 18. November 2009 hat die IG Weidemilch
beschlossen, das Vereinslogo als Marke zu schützen. Das entsprechende
Gesuch wurde nun am 18. Februar 2010 vom Eidg. Institut für Geistiges
Eigentum gutgeheissen (Bestätigungsschreiben
IGE).
Magnesiummangel im Frühling
Beat Brönnimann
Weidegras enthält im Frühling wenig Magnesium (Mg).
Zu intensive Düngung vor der Frühlingsweide (N und K), schlecht
Mg-versorgte Böden und die botanische Zusammensetzung (tiefer Kleeanteil)
können das Problem noch verschärfen.
Futtermittel
Magnesiumgehalte
1. Aufwuchs St.2, Dürrfutter, Grassilage
1.8 g Mg/kg TS
spätere Aufwüchse
2.7 g Mg/kg TS
Gerste
1.0 g Mg/kg TS
Maissilage
0.9 g Mg/kg TS
Gleichzeitig haben die Kühe im Frühling die höchsten
Tagesleistungen und brauchen mehr Mg. Je nach Gewicht der Kuh und ihrer Tagesleistung
sind das zwischen 37 und 80 g pro Tag. Dazu kommt, dass der Ausnutzungsgrad
von Mg bei den Tieren saisonal schwankt. Im Frühling ca. 8 – 15%,
gegenüber 20-30% Normalwerten.
Einen Einfluss auf die Magnesiumversorgung der Kühe haben auch die Natrium-Versorgung
der Kühe, das Alter der Tiere und die vorangegangene Winterfütterung
(proteinreiche Winterfütterung mindert die Magnesiumaufnahme).
Ebenso negativ sind Witterungseinflüsse, Stress, ein labiler Hormonhaushalt
und eine verminderte Futteraufnahme.
Eine direkte Folge von Mg-Mangel ist die Weidetetanie. Bekanntlich ist Mg
wichtig für die Muskelfunktionen. Sichtbar wird der Mangel darum bei
Muskelkrämpfen. Wird dann nicht schnell eingegriffen, kann Tetanie zum
Tod führen (Herzmuskel verkrampft sich). Aber auch ein unbemerkter Mg-Mangel
kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit oder die allgemeine Fitness der Kühe
auswirken.
Bei so vielen Einflüssen ist es nicht einfach, in der schwierigen Periode
übers Futter allein eine genügende Magnesiumversorgung sicher zu
stellen.
Vorbeugende Massnahmen:
- gute Mg-Versorgung der Weiden: Düngung mit Mg-Dünger, z.B. Kieserit
- bei einer Kalkung Mg-Kalk, z.B. Dolomit, verwenden
- mässige Stickstoffdüngung
- Kaliüberschuss vermeiden (zurückhaltender Gülleeinsatz)
- Mg-Versorgung der Kühe (50g/Kuh) konstant sicherstellen
- Zusätzlich Mg Lecksteine anbieten
- Viehsalz (Na) immer verabreichen
- Langsame Fütterungsumstellung auf Weidefütterung
- Proteinüberschuss ausgleichen
Mögliche Behandlungen:
- MgO (Magnesiumoxid) – Gaben (50g / Kuh mit Melasse)
- Mineralsalz mit erhöhten Mg-Gehalten (Aufnahme sicherstellen!!)
- Magnesiumstäbe (Mg-Boli) verabreichen
- Weidebestäubung 20 – 30 kg MgO/ha
Ich persönlich verabreiche jeder Kuh drei Tage vor Weidebeginn 2 Magnesiumstäbe.
Diese werden mit einem Geber, den ich vom Tierarzt gratis gebrauchen kann,
verabreicht. Für 35 Kühe brauche ich 40 Minuten für die Eingabe
der Stäbe. 1 Stab kostet Fr. 10.-, somit kostet diese Mg-Versorgung Fr.
20.-pro Kuh und Jahr. Daneben gebe ich normales Salz ad libitum. Mit dieser
Variante bin ich sicher, dass jede Kuh genügend Mg hat.